Eigentlich durch puren Zufall stolperte ich im Internet über dieses Buch und seither lässt es mir keine Ruhe mehr. Im ersten Moment sagte es mir gar nicht sonderlich zu, schliesslich habe ich ja nicht nur eine Balkonecke sondern einen waschechten Gemüsegarten und meine Fingernägel sind auch nur seltten lackiert. Trotzdem ziehen mich Stichworte wie “unkomplizierte Anleitungen” oder “‘Mogeln-erlaubt’-Tipps für Ungeduldige” irgendwie in ihren Bann. Ich schätze ich sollte einfach mal in der Bibliothek nachfragen, ob sie dieses kleine Wunderwerk nicht anschaffen möchten. Oder notfalls mal zu einer Leseprobe in die nächste Buchhandlung pilgern. Kennt denn einer von euch das Buch? Ist es wirklich so lesenswert oder doch eher zu banal? Ich freue mich über Lesermeinungen!
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Bauernregeln
Wie schonmal erwähnt habe ich mir einige neue Bücher zu Gemüte geführt. In der Bibliothek fand ich das Buch “Bauernregeln für den Hobbygärtner” von Michael Stern. Ich interessiere mich schon seit Langem für Bauernregeln. Einerseits sind sie einfach unterhaltsam, andererseits ist darin aber auch das Wissen und die Erfahrung vieler Generationen enthalten. Auch wenn nicht alle und erst recht nicht immer zutreffen, so dürfte doch ein Körnchen Wahrheit drin sein. Und was ist beim Gärtnern wertvoller als eine Portion Erfahrung von der man profitieren kann? Ich habe mich jedenfalls dazu hinreissen lassen das Buch auszuleihen und reinzulesen. Ich möchte hier ein paar aktuelle Regeln mit euch Teilen: Schon im April begegnete ich einigen Regeln von denen ich hoffte, sie mögen nicht zutreffen:
“Ist’s zu Georgi (23.4.) warm und schön, wird man noch rauhe Wetter seh’n; Ist’s vor Markus (25.4.) warm, friert’s hernach bis in den Darm.” (S. 40)
Obwohl es herrlich war einen Vorgeschmack auf den Sommer zu geniessen war es mir eigentlich gar nicht recht, dass es vom 22. bis 25. April durchgehend stahlend schön und heiss war. Und nur wenige Tage später fing es denn auch an zu regnen und hörte nicht mehr auf. Gefroren hats bei der Bewölkung kaum, mich dafür umso mehr. Zu schön war der Vorfrühling und zu gross die Versuchung in sommerlichen Kleidern rumzulaufen. Tja, selber schuld.
Aber damit nicht genug: Anfang Mai kündigte mir mein Buch an:
“Wie’s Wetter am Kreuzauffindungstag (3.5.), bis Himmelfahrt es bleiben mag.” (S. 43)
Was sich im Buch auf schönes Wetter bezieht blieb bei uns Regen, Regen, Regen. Nun ist Himmelfahrt. Darf es bitte endlich schön werden? Immerhin lassen die Bauernregeln auf eine gute Ernte hoffen:
“Mairegen auf die Saaten ist wie Dukaten; Wenn’s im Mai viel regnet, ist das Jahr gesegnet.” (S.44)
Ein schwacher Trost.
Nebst den Bauernregeln enthält das Buch auch viele Informationen zum Gärtnern nach Mondphasen. Das meiste
davon ist mir schlicht zu kompliziert. Ich kann mich zwar mit dem Gedanken anfreunden, dass der Mond einen Einfluss hat auf das Leben auf der Erde und somit auch auf die Pflanzen, aber deshalb ausführliche Berechnungen anzustellen und nur danach zu Gärtnern geht mir zu weit. Ich habe mir aber eine grundlegende Mond- und eine Sonnenregel rausgepickt, nach denen ich mich nach Möglichkeit richten werde, da sie für mich plausibel klingen:
“Man leitete von den Mondphasen ab, dass die Erde und die Pflanzen bei abnehmendem Mond einatmen und Energie in Form von Säften in den unteren Pflanzenteilen (Wurzeln, Knollen und Rhizome) speichern. Bei zunehmendem Mond steigen die Säfte dann wieder in die oberen Pflanzenteile auf, und die Pflanzen atmen aus bzw. beginnen, Büten und Früchte auszubilden. Eine einfache Regel lautete, dass alles, was unter der Erde wächst (also Wurzelgemüse, Kartoffeln, Zwiebeln etc.) , bei Vollmond oder abnehmendem Mond gesät oder gesetzt werden soll. Im Gegensatz dazu soll alles, was über der Erde wächst, also Beerenobst, Kürbisgewächse, Tomaten, Hülsenfrüchte und Kohlsorten, bei Neumond oder zunehmendem Mond ausgesät oder gepflanzt werden.” (S. 19)
Tja, heute ist Neumond. Soll ich nun gut zwei Wochen warten mit dem Aussäen der meisten Pflanzen? Nein, ihr seht schon, da siegt die Ungeduld über die Mondregel. Aber man kann es ja zumindest ab und zu versuchen oder?
Eine ähnliche aber einfacher einzuhaltende Regel bezieht sich auf die Sonne:
“Diese Regel besagt, dass die Pflanzen vom Sonnenaufgang bis zu deren Höchststand am Mittag ausatmen, wobei die Säfte und die Energie in die oberen Pflanzenteile steigen. Vom Mittag bis zum Sonnenuntergang atmen sie dann wieder ein und die Säfte steifen in die unteren bzw. unterirdischen Pflanzenteile hinab. Kombiniert mit den Mondregeln ergibt sich eine Reihe einfacher Pflanz- und Aussaattips, die auch mit so mancher alter Bauernregel und den Erfahrungen kundiger Gärtner übereinstimmen. So soll man beispielsweise Jungpflanzen nur nachmittags und bei abstigendem Mond pflanzen, damit si sich gut bewurzeln. [...] Nach der Sonnenregel sollte Blattgemüse am Vormittag und wenn möglich bei aufsteigendem Mond geerntet werden, solange die Energie und die Säfte in die oberirdischen Teile der Pflanze fliessen.” (S. 22-23)
Ich schätze zumindest diesen Teil werde ich probehalber befolgen und hier dann hoffentlich bald über entsprechende Erfolge berichten können.


